Aktionsprogramm
Natürlicher Klimaschutz (ANK)
im Markt Oberelsbach

Klima-Glossar

Definition:
Ein Klimaparkplatz ist ein Parkplatz, der klimaangepasst gestaltet ist, z. B. durch entsiegelte Flächen, Bäume, Versickerungsmulden oder versickerungsfähigen Belag.

Relevanz:
Er reduziert Hitzeinseln, verbessert die Regenwasserversickerung und steigert die Aufenthaltsqualität, während er gleichzeitig weiterhin Mobilitätsbedürfnisse erfüllt.

 

 

Definition:
Ein PikoPark ist eine kleine, naturnah gestaltete Grünfläche im bebauten Gebiet, welche auf zuvor ungenutzten Restflächen oder versiegelten Bereichen entsteht.

 

Relevanz:
Auch kleinste Grünflächen tragen zur Kühlung von Ortschaften, zur Förderung der Biodiversität und zur Aufwertung des Stadtbildes bei und zeigen, dass Klimaanpassung auch auf minimalem Raum möglich und wirksam ist.

Definition:
Das Konzept der Schwammstadt beschreibt Städte (bzw. Ortschaften), die Regenwasser wie ein Schwamm aufnehmen, es speichern und zeitverzögert wieder abgeben, z. B. durch Grünflächen, begrünte Dächer und Versickerungsflächen.

 

Relevanz:
Das Prinzip der Schwammstadt kann helfen, Überschwemmungen bei Starkregen zu vermeiden, entlastet die Kanalisation und sichert Wasserreserven für Trockenperioden.

Definition:
Stadtgrün umfasst alle begrünten Flächen im urbanen (bzw. innerörtlichen) Raum, wie Parks, Straßenbäume, Grünstreifen, Gärten oder begrünte Dächer und Fassaden.

 

Relevanz:
Stadtgrün verbessert das Stadtklima, fördert die Gesundheit, bietet Lebensräume für Tiere und steigert die Lebensqualität der Stadtbewohner

Definition:
Das Zukunftswädlchen des Marktes Oberelsbach ist eine mehrschichtige, an natürlichen Wäldökosystemen orientierte Parkanlage. Ein lehrreicher Aufenthaltsort für groß und klein!

 

Relevanz:
Er verbindet Klimaanpassung, lokale Lebensmittelproduktion, Biodiversität und Umweltbildung und schafft gleichzeitig attraktive Freizeit- und Begegnungsräume.

Definition:
Natürlicher Klimaschutz nutzt, stärkt und renaturiert natürliche Ökosysteme wie Wälder, Moore, Böden und Gewässer, um Treibhausgase zu speichern und das Klima zu stabilisieren. Gleichzeitig sollen Ökosysteme an das zukünftige Klima angepasst werden.

 

Relevanz:
Er verbindet Klimaschutz mit Biodiversitätsschutz, verbessert Wasser- und Bodenhaushalte und bietet langfristige Lösungen zur Minderung der Klimakrise. 

Definition:
Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die Wärme speichern können und so den natürlichen Treibhauseffekt verursachen. Zu den wichtigsten zählen Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O).

 

Relevanz:
Ein zu hoher Ausstoß von Treibhausgasen ist die Hauptursache des Klimawandels. Ihre Reduktion ist zentral für wirksamen Klimaschutz.

Definition:
Eine Kohlenstoffsenke ist ein System, das andauernd mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt, als es wieder abgibt. Beispiele hierfür sind intakte Wälder, Moore oder Ozeane.

 

Relevanz:
Kohlenstoffsenken haben das Potential die Erderwärmung zu verlangsamen, indem sie CO₂ binden und langfristig speichern.

Definition:
Renaturierung bezeichnet die Wiederherstellung von naturnahen Zuständen in zuvor stark vom Menschen veränderten Landschaften, zum Beispiel bei Flüssen, Mooren oder Wäldern.

 

Relevanz:
Renaturierung stärkt Ökosysteme und fördert die Artenvielfalt. Zudem und verbessert die Fähigkeit der Natur, Kohlenstoff zu speichern oder stellt diese wieder her.

Definition:
Entsiegelung bedeutet, versiegelte Flächen wie Asphalt oder Beton zu entfernen und den Boden wieder wasserdurchlässig und lebendig zu machen.

 

Relevanz:
Sie verbessert den Wasserhaushalt, reduziert Überflutungsrisiken, kühlt Städte und schafft neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Definition:
Flächenversiegelung beschreibt die dauerhafte Abdeckung von Böden durch Straßen, Gebäude oder Parkplätze, wodurch natürliche Bodenfunktionen und Versickerungsfähigkeit verloren gehen.

 

Relevanz:
Die Reduzierung von Flächenversiegelung schützt Böden als Kohlenstoffspeicher, erhält Lebensräume und verbessert den natürlichen Wasserhaushalt.

Definition:
Regenerative Land- und Forstwirtschaft umfasst Bewirtschaftungsformen, die Böden, Wälder und Ökosysteme aktiv aufbauen um ihre natürlichen Funktionen zu erhalten und ggf. zu stärken.

 

Relevanz:
Sie fördert Humusaufbau, bindet Kohlenstoff, erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Klimafolgen und sichert langfristig Erträge.

Definition:
Ein Biotop ist ein räumlich abgrenzbarer Lebensraum mit charakteristischen Umweltbedingungen.

 

Relevanz:
Biotope sind die Grundlage der biologischen Vielfalt und übernehmen wichtige Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Naturschutz.

Definition:
Naturnahe Bewirtschaftung oder Pflege orientiert sich an natürlichen Prozessen und verzichtet weitgehend auf intensive Eingriffe, chemische Mittel oder Monokulturen.

 

Relevanz:
Sie schafft und erhält gesunde Ökosysteme, fördert Artenvielfalt und unterstützt die natürliche Kohlenstoffbindung.

Definition:
Paludikultur ist eine Form der landwirtschaftlichen Nutzung nasser Moor- und Feuchtgebietsflächen, bei der der hohe Wasserstand erhalten bleibt, z. B. durch den Anbau von Schilf oder Rohrkolben.

 

Relevanz:
Sie ermöglicht eine klimafreundliche Nutzung von Mooren, verhindert hohe Treibhausgasemissionen und erhält wichtige Kohlenstoffspeicher.

Definition:
Netto-Null bzw. „Net zero“ mit Bezug auf den Klimawandel bezeichnet den Zustand, in dem die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen durch ebenfalls vom Menschen verursachte CO2-Reduktionsmaßnahmen kompensiert werden.

 

Relevanz:
Sie ist ein zentrales Ziel nationaler und internationaler Klimaschutzstrategien und erfordert neben Emissionsminderung auch den gezielten Aufbau natürlicher Kohlenstoffsenken.

Definition:
Humusaufbau beschreibt die Erhöhung des organischen Kohlenstoffgehalts im Boden durch biologische Prozesse und angepasste Bewirtschaftungsformen.

 

Relevanz:
Humusreiche Böden binden Kohlenstoff, verbessern die Wasserspeicherfähigkeit, erhöhen die Bodenfruchtbarkeit und tragen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz bei.

Definition:
Retentionsflächen im Kontext des Hochwasserschutzes sind naturnahe oder gezielt gestaltete Flächen, die Wasser temporär zurückhalten und zeitverzögert abgeben können, z. B. bei Starkregenereignissen.

 

Relevanz:
Sie reduzieren Hochwasserrisiken, entlasten Entwässerungssysteme, fördern die Grundwasserneubildung und leisten einen Beitrag zur Klimaanpassung.

Definition:
Biotopvernetzung bezeichnet die räumliche Verbindung von Lebensräumen durch Korridore oder Trittsteinbiotope, um den Austausch von Arten zu ermöglichen.

 

Relevanz:
Sie stärkt die Biodiversität, erhöht die Anpassungsfähigkeit von Arten an den Klimawandel und verbessert die ökologische Stabilität von Landschaften.

Definition:
Hitzeinseln sind vor allem in urbanen Räumen auftretende Bereiche mit (teilweise deutlich) höheren Temperaturen als im ländlichen Umland, verursacht z.B. durch Versiegelung, fehlende Vegetation und Wärmespeicherung und fehlenden Durchzug.

 

Relevanz:
Ihre Reduktion durch Begrünung und Entsiegelung verbessert die Lebensqualität, schützt die menschliche Gesundheit und ist ein zentrales Ziel naturbasierter Klimaanpassungsmaßnahmen.

Definition:
Das Mikroklima beschreibt die klimatischen Bedingungen in einem kleinräumigen, bodennahen Bereich, beeinflusst durch z.B. Vegetation, Wasser, Bebauung.

 

Relevanz:
Ein günstiges Mikroklima kann die Effekte von Hitzeperioden abmildern und die Wirksamkeit naturbasierter Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erhöhen. Gleichzeitig schafft es angenehmere Lebensbedingungen für Anwohnende.

Definition:
Erosion bezeichnet jede Form der Abtragung. Im Naturwissenschaftlichen Kontext bezieht sich der Begriff zumeist auf den Abtrag von Boden durch Wasser, Wind oder menschliche Nutzung, insbesondere auf ungeschützten oder stark beanspruchten Flächen.

 

Relevanz:
Erosionsschutz erhält fruchtbare Böden, verhindert den Verlust von Kohlenstoffspeichern und schützt Gewässer sowie Ökosysteme.

Definition:

Extensive Nutzung oder Pflege beschreibt eine Form der Flächenbewirtschaftung mit geringer Intensität und allgemein reduziertem, menschlichen Input. Sie ist das Gegenteil von intensiver Nutzung/Pflege.

 

Relevanz:
Sie fördert Biodiversität, schont Böden und Ressourcen und unterstützt die langfristige Stabilität von Ökosystemen bei geringem Energie- und Materialeinsatz.

Definition:
Interdisziplinarität bezeichnet die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, z. B. aus Ökologie, Planung, Technik und Sozialwissenschaften, zur gemeinsamen Lösung komplexer Fragestellungen.

 

Relevanz:
Klimaschutz und Nature-based Solutions erfordern integrierte Ansätze, um ökologische, technische und gesellschaftliche Aspekte wirksam zu verbinden.

Definition:
Umweltbildung umfasst Bildungs- und Informationsangebote, die Wissen über Umweltzusammenhänge vermitteln und nachhaltiges Handeln fördern.

 

Relevanz:
Sie stärkt das Verständnis, die Akzeptanz und die aktive Beteiligung der Bevölkerung an naturbasierten Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Definition:
Etablierungsrisiken bezeichnen Unsicherheiten und Gefährdungen in der Anfangsphase naturbasierter Maßnahmen, z. B. durch Trockenheit, Verbiss oder Extremwetterereignisse

 

Warum wichtig und sinnvoll:
Ihre Berücksichtigung ermöglicht realistische Planung, angepasste Pflegekonzepte und erhöht die langfristige Wirksamkeit von Klimaschutz- und Renaturierungsprojekten.